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Fragen und Antworten zur Strom- und Gasversorgung

Aktuelle Energiekrise

Fragen und Antworten zur aktuellen Situation auf dem Strom- und Gasmarkt

Der Energiemarkt ist in einer Ausnahmesituation: Die Gasversorgung in der Bundesrepublik Deutschland ist ungewiss, die Kosten für Strom und Erdgas steigen. Das bereitet vielen Verbrauchern große Sorgen. Warum aber sind Strom und Erdgas aktuell so teuer? Für die rasante Preisentwicklung gibt es einige Gründe, die im Zusammenspiel für eine komplizierte Gesamtsituation sorgen. Hier nennen wir Gründe für die hohen Energiekosten, geben Ihnen die wichtigsten Informationen zum Umgang mit der Gasmangellage und beantworten die Frage, warum wir derzeit – wie viele andere Energieversorger auch – unseren Energievertrieb aktuell ausgesetzt haben.

Aktuell: Wie wirken sich die Entscheidungen der Bundesregierung (Wegfall Gasumlage und Preisdeckel) aus?

Aufgrund der Aktualität der Ereignisse lässt sich zur Zeit noch nicht sagen, wie sich die neuen Entscheidungen der Bundesregierung im Detail auf uns und Sie als Verbraucher in Bezug auf die Umlagen und Preisentwicklungen auswirken. Wir gehen davon aus, dass wir kurzfristig, bereits Anfang Oktober, genauere Angaben hierzu machen können.

Die politische Großwetterlage ist ungewiss. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine, haben die EU und die Bundesregierung angekündigt, sich unabhängig von Energielieferungen aus Russland machen zu wollen. Aktuell gelingt das noch nicht. Parallel hat Russland als bisher wichtigster Erdgas-Lieferant Deutschlands die Liefermengen drastisch reduziert. Insgesamt herrscht große Unsicherheit auf dem Gasmarkt. Gefordert sind neue Perspektiven für den Import von Erdgas und anderen Energieträgern. Das alles führt zu einer nie dagewesenen Preisexplosion im Energiehandel.

Wegen der hohen Beschaffungspreise konnten in den vergangenen Monaten immer mehr Billiganbieter von Strom und Erdgas ihre Lieferverpflichtungen gegenüber ihren Kundinnen und Kunden nicht mehr erfüllen, viele haben Insolvenz angemeldet. Billiganbieter geraten aufgrund ihres riskanten Geschäftsmodells in finanzielle Schwierigkeiten. Sie werben mit sehr geringen Preisen und beschaffen die vertraglich vereinbarte Energie erst, nachdem die Kundinnen und Kunden unterschrieben haben. Als seriös arbeitendes Stadtwerk verfolgen wir eine langfristige und deutlich verlässlichere Einkaufsstrategie: Wir beschaffen die benötigte Energie erst am Markt und schließen erst dann mit unseren Kundinnen und Kunden Verträge ab, wenn wir die benötigten Mengen tatsächlich vorhalten.

Die vielen Insolvenzen von Billiganbietern haben auch bei uns in der Vergangenheit zu einer starken Nachfrage geführt. Viele geprellte Kundinnen und Kunden wollten Strom und Erdgas von ihrem Stadtwerk vor Ort beziehen. Dieser starke Kundenzuwachs war für uns in der Form nicht planbar. Um diese Nachfrage decken zu können, müssen wir die zusätzlich benötigte Energie am Großhandelsmarkt einkaufen.

Der Großhandelsmarkt aber ist aufgrund der hier aufgeführten Gründe völlig überhitzt, die Preise sind extrem hoch. Auch die Kalkulation von Strom- und Erdgastarifen mit langer Preisgarantie für diese neuen Vertragsabschlüsse ist kaum möglich, da Prognosen, wie sich die Preise in den kommenden Monaten entwickeln, höchst unsicher sind. Deswegen bieten wir diese sogenannten Laufzeittarife zum jetzigen Zeitpunkt für neue Kundinnen und Kunden nicht an. Denn: Für uns hat Versorgungssicherheit oberste Priorität. WICHTIG: Wir versorgen unsere Bestandskundinnen und -kunden sicher und verlässlich mit Energie.

Aktuell arbeitet die Bundesregierung mit Hochdruck daran, alternative Rohstoffquellen und Energielieferanten zu gewinnen. Zudem gibt es strikte gesetzliche Vorgaben zum Erreichen höherer Füllstände der Erdgasspeicher. Vor dem Hintergrund der ungewissen Versorgungslage hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die zweite Krisenstufe im insgesamt dreistufigen Notfallplan Gas ausgerufen. Ziel ist es, die Versorgung der Bevölkerung auch im Falle einer Gasmangellage aufrecht zu erhalten.

Neben der Gas(beschaffungs)umlage hat die Bundesregierung eine sogenannte Gasspeicherumlage beschlossen. Sie dient dazu, die vorgegebenen Mindestfüllstände der Gasspeicher zu erreichen und zusätzliche Gasmengen beschaffen zu können. Als dritte relevante Umlage gibt es die Bilanzierungsumlage. Sie wurde schon 2015 ins Leben gerufen, um etwaige Fehlbeträge aus Regel- und Ausgleichsenergie zu decken. Am 18. August 2022 wurde die Höhe dieser Umlagen bekannt gegeben. Demnach beträgt die Gasspeicherumlage 0,059 Cent je kWh netto, auch sie kann alle drei Monate angepasst werden. Die Bilanzierungsumlage wird ab 1. Oktober erstmals erhoben. Sie beträgt für Haushaltskunden 0,57 Cent netto je kWh.

Das Wichtigste vorab: Unsere garant-Verträge mit gültiger Preisgarantie haben Bestand. Lediglich neue staatlich veranlasste Abgaben und Umlagen – wie z.B. die Gasumlage oder eine etwaige Aufhebung der Preisindikation Erdgas durch die Bundesnetzagentur aufgrund einer akuten Gasmangellage – sind nicht abgedeckt und können während der Vertragslaufzeit an Sie weitergeben werden. Für die nun geplanten Umlagen - Gasumlage, Gasspeicherumlage und Bilanzierungsumlage - gilt das. Diese Mehrkosten werden - nach fristgerechter Ankündigung - an Sie als SWTE-Kunde weitergegeben.

Auch wenn Ihr Bestandsvertrag ausläuft, bleiben Sie als unser Kunde versorgt. Wir unterbreiten Ihnen als unseren Bestandskunden in jedem Fall ein Nachfolgeangebot.

Wir informieren unsere Kunden immer schriftlich auf dem Postweg über etwaige Preisanpassungen.

Niemand kann aktuell verlässlich sagen, welche Energiepreise in Zukunft zu erwarten sind. Insbesondere durch die beiden neuen Gasumlagen sowie die enorm gestiegenen Beschaffungskosten ist es wahrscheinlich, dass Verbraucher mit Gaspreisänderungen konfrontiert werden. Deshalb empfehlen wir Verbrauchern, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Rücklagen zu bilden. Alternativ können Sie jederzeit Ihre Abschlagszahlungen für den Energiebezug erhöhen.

Die schwierige Situation zeigt auch: Energiesparen wird wichtiger denn je.

Energiesparen ist das Gebot der Stunde. Wir haben nachfolgend für Sie viele Tipps zum Energiesparen zusammengestellt. Sie können Ihnen dabei helfen, kurzfristig und auf lange Sicht den Energieverbrauch zu senken.

Nein. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es keine physischen Engpässe in der Versorgung mit Erdgas. Sowohl Industrie- als auch Privatkunden werden im gewünschten Umfang mit Erdgas versorgt.

Antworten auf viele Fragen rund um das Thema Notfallplan Gas finden Sie auf der Webseite unseres Netzbetreibers SWTE Netz. 

So können Sie kurzfristig, mittelfristig und langfristig Energie sparen

Ohne Energiesparen lässt sich die aktuelle Energiekrise kaum meistern. Nachfolgend haben wir für Sie einige Tipps zum Energiesparen zusammengestellt. Sie sollen Ihnen dabei helfen, Einsparpotenziale zu erkennen und zu nutzen. Kurzfristig, mittelfristig und auf lange Sicht.

Wo wird zu Hause die meiste Energie verbraucht?

Die mit Abstand meiste Energie verbrauchen wir zu Hause für Warmwasser und Heizung. Von daher liegen hier die größen Einsparpotenziale. Dann erst folgt der Stromverbrauch durch unsere Elektrogeräte. Bei den Elektrogeräten verbraucht ein durchschnittlicher Haushalt rund 28 Prozent der Energie für Informationstechnik, TV und Audio. Für Waschen und Trocknen sind es rund 14 Prozent, für die Beleuchtung rund 13 Prozent. Kühl- und Gefriergeräte verbrauchen im Schnitt 11 Prozent des Haushaltsstroms, Kochen 9 Prozent, Spülen 8 Prozent. Die verbleibenden 17 Prozent werden für sonstige Geräte und Anwendungen verbraucht.

Wie kann man beim Umgang mit Warmwasser Energie sparen?

Nutzen Sie einen wassersparenden Duschkopf. Diese haben einen kleineren Kopf und verteilen das Wasser gebündelter als große Duschköpfe oder Regenduschen. Außerdem gilt die einfache Regel: Wer kürzer und kühler duscht, verbraucht weniger Energie. Auch in der Küche hilft ein sparsamer Strahlregler, der den Energiefluss beim Warmwassergebrauch in der Küche reduziert.

Energie sparen beim Kühlen

Im Sommer gilt: Klimaanlage aus, Schattenspender an. Wer frühzeitig in der oftmals noch kühleren Morgenluft lüftet und anschließend Rollos und Markisen nutzt, um die Sonne auszuschließen, hält seine Räumlichkeiten auf einem akzeptablen Temperaturniveau und spart sich die Kosten für Kühlgeräte.

Energiesparen beim Heizen

Heiztemperatur senken: In der Heizperiode können Sie Energie sparen, ohne gleich zu frieren. Wer die Raumtemperatur um 1 Grad Celsius absenkt, kann bis zu 6 Prozent Heizenergie sparen. 

Abstand zur Heizung: Heizkörper arbeiten effektiver, wenn sie frei zugänglich sind und Platz für Luftaustausch haben. Deshalb sollten Sie das Sofa abrücken und etwaige Vorhänge über dem Heizkörper beiseite ziehen.

Heizung entlüften: Wer seine Heizung regelmäßig entlüftet, spart bares Geld, nämlich bis zu 1,5 Prozent der Heizkosten.

Heizungsanlage optimieren: Viel Energie lässt sich sparen, wenn die Heizungsanlage dem tatsächlichen Bedarf angepasst ist. Moderne Heizungsanlagen lassen sich so einstellen, dass sie über Nacht automatisch die Temperaturen absenken.

Energiesparen beim Kochen

In der Küche lässt sich viel Energie sparen. In unserem Blogbeitrag Energie sparen beim Kochen und Backen finden Sie viele wertvolle Tipps.

Wo finde ich noch mehr Tipps zum Energiesparen?

In unseren Blogbeiträgen Wie kann ich in der Energiekrise Strom und Gas sparen, Wie kann ich Heizkosten sparen, Energiesparen im Sommer und 5 Tipps: Energiesparen im Alltag finden Sie viele nützliche Hinweise, um kurzfristig und mittelfristig den Energieverbrauch zu senken.

Langfristig Energiesparen: Einsparpotenziale entdecken und Fördermittel sichern

Immobilienbesitzer wissen: In beinahe jedem Haus stecken Potenziale, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Mit unserem Online-Energiespar-Rechner kommen Sie Einsparpotenzialen Ihrer Immobilie auf die Spur. Zudem stellen wir Ihnen eine Fördermitteldatenbank zur Verfügung. So können Sie sich tagesaktuell informieren, welche Fördermittel Sie für welche energetische Maßnahme nutzen können.