Welche Alternativen gibt es zur Gasheizung?

Nina Beuvink
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Lange war eine Erdgastherme eine vergleichsweise günstige und saubere Art zu heizen. Die aktuelle Energiekrise treibt den Gaspreis nach oben. Zudem sind alle Verbraucher aufgerufen, beim Heizen möglichst viel Energie einzusparen. Insbesondere das Erdgas liegt im Fokus der Einsparungsmaßnahmen. Vor diesem Hintergrund ist das Interesse an Alternativen zu einer Gasheizung hoch. Wir geben einen Überblick, welche Alternativen es zur klassischen Erdgasheizung gibt.

Die Wärmepumpe

Wärmepumpen kommen oft in Neubauten zum Einsatz. Aber auch in Bestandsbauten kann eine Heizung auf Erdgasbasis unter Umständen auf eine Wärmepumpe umgerüstet werden. Im Gegensatz zu einer klassischen Gasheizung gewinnt eine Wärmepumpe die Energie nicht aus einem Verbrennungsprozess. Die thermische Energie wird aus der Luft, dem Boden oder dem Grundwasser, einer sogenannten Umweltwärmequelle, entzogen. Welche Quelle genutzt wird, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. Die so gewonnene thermische Energie wird genutzt, um ein Kältemittel verdampfen zu lassen, welches anschließend verdichtet wird. Durch das Verdichten wird das Medium auf ein nutzbares Temperaturniveau gehoben, mit der dann das Heizsystem betrieben werden kann.

Etwa ein Viertel der Energie, die eine Wärmepumpe benötigt, muss in Form von Strom zur Verfügung gestellt werden. Daher ist eine Wärmepumpe besonders nachhaltig, wenn der Strom aus nachhaltigen Energiequellen stammt. Hierfür könnte zum Beispiel eine eigene PV-Anlage plus Speicher dienen oder du schließt einen Ökostromtarif ab. Die Investition in eine Wärmepumpe ist zwar anfangs hoch, über die Zeit rechnet sich die Investition aber für dich, da die Betriebskosten im Vergleich zu anderen Wärmerzeugern geringer sind. Außerdem lassen sich die anfänglichen Investitionskosten durch staatliche Förderungen reduzieren. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) kannst du dir bis zu 40 Prozent deiner Investition erstatten lassen.

Die Holzheizung oder Pelletheizung

Das Heizen mit Holz ist mit Pellet, Hackschnitzeln oder auch mit Stückholz möglich. Holz gilt dabei als CO2-neutraler Brennstoff. Wenn das Holz auf natürlichen Wegen verrotten würde, würde es die gleiche Menge an CO2 freisetzten wie beim Verbrennen. Wirklich klimaneutral ist das Heizen mit Holz aber nur dann, wenn das Holz aus der näheren Umgebung stammt und somit keine weiten Transportwege entstehen. Allerdings solltest du auch an die Feinstaubelastung denken, die durch das Verbrennen des Holzes entsteht.

Wenn du bei dir zuhause mit Holz heizen möchtest, solltest du ausreichend Platz einplanen. Besonders das Lagern des Brennstoffes, also der Holzscheite oder Pellets, benötigt einiges an Platz. Außerdem solltest du in Kauf nehmen, dass diese Art zu Heizen mit Aufwand verbunden ist. Zwar gibt es einige Heizungen, die ein automatischen Nachlegen des Brennmaterials ermöglichen, aber vollständig automatisieren lässt sich der Prozess nicht. Außerdem solltest du an einen Pufferspeicher denken, wenn du effizient Heizen möchtest. Der Verbrennungsprozess von Holz lässt sich nämlich nicht so schnell starten oder beenden, wie etwa der von Gas. Auch Holzheizungen werden durch die BEG gefördert. Die Förderhöhe liegt hier bei zehn Prozent. Es sind aber auch 20 Prozent Förderung möglich, wenn du den Heizungs-Austausch-Bonus nutzt.

Heizen mit Strom

Diese Heizmethode unterscheidet sich grundlegend von anderen Methoden. Bei den meisten Heizsystemen wird Wärme erzeugt, indem Heizwasser erhitzt und auf einzelne Heizkörper verteilt wird. Eine Elektroheizung hingegen nutzt die Wärme, die entsteht, wenn ein elektrischer Leiter unter Spannung gesetzt wird. Diese Wärme erhitzt dann den Heizungskörper oder Strahlungsflächen, wodurch Wärme in den Raum abgegeben wird. Das Heizen mit Strom benötigt dabei keinen Heizungskessel und auch keine Rohre. Ein einfacher elektrischer Anschluss genügt, und schon wird es bei dir zuhause warm. Außerdem sind Elektroheizungen günstig in der Anschaffung und wartungsfrei. Wenn du dann Strom nutzt, der aus erneuerbaren Energien stammt, kann ein solches Heizzsystem auch nachhaltig sein. Ein Nachteil der Stromheizung ist, dass diese im Vergleich zu anderen Heizmethoden weniger effizient ist. So wird mehr Energie benötigt, um einen Raum warm zu halten. Auch kann das Heizen mit Strom sehr teuer werden, da die Strompreise aktuell sehr hoch sind. Zudem kannst du für den Einbau einer Elektroheizung keine Fördermittel einsetzen.

Eine Brennstoffzellenheizung

Auch eine Brennstoffzellenheizung kann eine Alternative zur Gasheizung sein. Sie erzeugt dabei nicht nur Wärme, sondern gleichzeitig auch Strom. Die Energie für Strom und Wärme wird durch die sogenannte „kalte Verbrennung“ gewonnen. Dabei handelt es sich um einen elektrochemischen Prozess, in dem Wasserstoff und Sauerstoff miteinander reagieren. Der Wasserstoff, den es für diese Reaktion braucht, wird in der Regel aus Erdgas gewonnen. Der Wasserstoff wird dann zu den Brennzellen geleitet, wo die kalte Verbrennung stattfindet. Damit ist eine Brennstoffzellenheizung nicht unabhängig von Erdgas. Da allergings sowohl Strom als auch Wärme aus dem Erdgas gewonnen werden, arbeitet eine Brennstoffzellenheizung effizienter als eine herkömmliche Gasheizung. Dadurch, dass eine Brennstoffzellenheizung auch Strom produziert, macht sie dich weniger abhängig von den Strompreisen. Allerdings bist du weiterhin von den Gaspreisen abhängig. Der Einbau einer Brennstoffzellenheizung wird durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Hier wird deine Investition mit bis zu 40 Prozent bezuschusst.

Solarthermie auf dem Dach

Die Solarthermie nutzt die Kraft der Sonne zum Heizen. Dazu werden Solarkollektoren auf dem Dach oder an Wänden montiert. Die Kollektoren wandeln die Energie der Sonne in Wärmeenergie um, die dann zum Heizen verwendet werden kann. In den Kollektoren fließt eine Mischung aus Wasser und Frostschutzmittel, die durch die Sonne erhitzt wird. Diese Flüssigkeit fließt dann zu einem Wärmetauscher und erwärmt wiederum das Heizungswasser. Während des Betriebes verursacht Solarthermie damit keine Emissionen und läuft klimaneutral. Außerdem entstehen fast keine Betriebskosten für dich, da die Wärme aus Solarenergie kostenlos ist. Somit fallen nur die Anschaffungs- und Instandhaltungskosten für die Solarthermie an. Die Anschaffungskosten kannst du dir durch staatliche Förderung zu 25 Prozent erstatten lassen. Allerdings reicht die Wärme, die durch Solarthermie erzeugt wird, in unseren Breitengraden nicht vollständig aus, um den Heizbedarf zu decken, besonders in den kalten Monaten. Zudem ist Solarthermie abhängig von der Sonneneinstrahlung und ist somit auch abhängig vom Wetter. Daher wird Solarthermie oft in hybriden Heizsystemen eingesetzt. Für die Kollektoren braucht es bei dir zuhause außerdem geeignete Flächen, weshalb Solarthermie nicht für alle Gebäude geeignet ist.

Die Ölheizung

Theoretisch ist auch eine Ölheizung eine Alternative zur Gasheizung. Ein Austausch Gas gegen Öl ist aber aus verschiedenen Gründen nicht besonders sinnvoll. Ein Grund ist die schlechte CO2-Bilanz einer Ölheizung. Diese ist bei Ölheizungen deutlich schlechter als bei einer Gasheizung. Hinzu kommt die gesetzlich verankerte Austauschpflicht für Heizungen. Laut dieser dürfen ab 2026 keine neuen Ölheizungen mehr eingebaut werden. Ölheizungen sind dann nur noch zulässig, wenn sie als Teil eines hybriden Heizsystems verwendet werden, das zusätzlich mit Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien arbeitet. Ein Beispiel hierfür wäre ein hybrides System mit Solarthermie. Der Umzug von Erdgas auf Öl ist also keine Alternative.

Nah- und Fernwärme als Alternativen

Auch das Heizen mit Nah- oder Fernwärme kann eine Alternative zur Gasheizung darstellen. Allerdings müssen Häuser, die über diese Methode geheizt werden sollen, über einen Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz verfügen. Daher kann sich nicht jeder einfach dafür entscheiden, diese Heizmethode nutzen zu wollen. Sowohl bei Nah- als auch bei Fernwärmenetzen wird die Wärme nicht in den einzelnen Häusern direkt produziert, sondern über Leitungen an mehrere Häuser oder ein ganzes Quartier verteilt. Bei Nahwärme stammt die Wärme aus einer großen zentralen Heizungsanlage. Nahwärmenetze sind beispielsweise in Wohnquartieren zu finden. Fernwärme hingegen stammt oft aus Kraftwerken oder Müllverbrennungsanlagen. Die Wärme, die dort während des regulären Betriebes entsteht, wird dann über das Fernwärmenetz an die einzelnen Häuser verteilt. Wusstest du schon? Auch die Stadtwerke Tecklenburger Land entwickeln derzeit ökologisch sinnvolle Lösungen zur Nahwärme-Nutzung. So stattet die SWTE Netz in den kommenden Jahren erste Neubaugebiete in Mettingen und Hörstel mit einem sogenannten Kalte-Nahwärme-Netz aus. Dabei wird über Erdsonden Wärme aus tieferen Erdschichten gewonnen, über ein Nahwärmenetz zu den einzelnen Abnehmern transportiert und in den Häusern mittels Wärmepumpen zur Nutzung aufbereitet. Die Öko-Bilanz von Kalter Nahwärme auf Basis von Geothermie ist unschlagbar im Vergleich zu rein fossilen Energieträgern.

Einsatz von hybriden Heizsystemen

Wenn du bereits eine Gasheizung bei dir zuhause hast, kann auch eine hybrides Heizsystem als Lösung für dich in Frage kommen. So kannst du deine Gasheizung durch eine Wärmepumpe, eine Holzheizung, durch eine Solarthermieanlage oder eine andere Alternative ergänzen und so entlasten. Deine Gasheizung wird dann als sogenannter Spitzenlastkessel verwendet. Das bedeutet, dass deine Erdgasheizung immer dann zugeschaltet wird, wenn der Bedarf an Heizwärme oder Warmwasser so groß ist, dass die alternative Heizmethode diesen Bedarf nicht mehr allein decken kann.

Tipps zum Vorgehen beim Umstieg auf ein neues Heizsystem

Auf dem Weg zu einem neuen Heizsystem stellen sich viele die gleiche Frage: Wo fange ich an? Der erste Schritt ist zunächst sich zu informieren, welche Alternativen es überhaupt zu einer Gasheizung gibt. Wie du in diesem Blogbeitrag gesehen hast, gibt es zahlreiche verschiedene Möglichkeiten, wie du deine Gasheizung ersetzten kannst. Um entscheiden zu können, welche Lösung für dich die Beste ist, solltest du dich unbedingt von einem Fachmann beraten lassen. Faktoren wie das Gebäude, die örtlichen Gegebenheiten und dein individuelles Heizverhalten sind ausschlaggebend dafür, welches Heizsystem für dich geeignet ist. Daher können wir auch keine pauschale Empfehlung geben, welche der hier vorgestellten Lösungen die Beste von allen ist.

Auch wenn du nicht die Möglichkeit hast, eine alternative Heizmethode bei dir zuhause einbauen zu lassen, kannst du deinen Energieverbrauch kurzfristig und auf lange Sicht senken. Mit einigen einfachen Tipps kannst du in der Energiekrise deinen Energieverbrauch senken.

 

 

Du möchtest deine Heizkosten senken?

Wir geben dir in unserem Blog einige Tipps, wie du mit einfachen Mitteln deine Heizkosten senken kannst.

Nina Beuvink


Studentische Mitarbeiterin Unternehmenskommunikation
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