Was Recke mit der Energiewende zu tun hat

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Masterarbeit zur Energiewende auf dem Lande

Als Student der FH Münster schreibt Lukas Püttmann derzeit seine Masterarbeit unter dem Dach der SWTE Netz GmbH & Co. KG, der Netzgesellschaft der Stadtwerke Tecklenburger Land. In einem Gastbeitrag erklärt er in unserem Blog „Füreinander. Miteinander. Bloggen.“, was eine Siedlung in Recke mit der Energiewende auf dem Lande zu tun hat.

Hallo, mein Name ist Lukas Püttmann – und ich bin der Neue hier. Bis Ende 2020 arbeite ich bei der SWTE Netz GmbH & Co. KG und darf im Rahmen meiner Masterarbeit ein sehr interessantes Projekt im Bereich der Sektorenkopplung mitbetreuen. Sektorenkopplung? Was ist das denn? Dazu kommen wir später.

Masterarbeit im Tecklenburger Land

Und das bin ich: Als gebürtiger Westfale, der sich schwer von seiner Heimat trennen konnte, habe ich nach meinem Abitur ein Studium an der FH Münster gestartet: Energie-, Gebäude- und Umwelttechnik. Ihr müsst euch vorstellen, dass sich mein Studium thematisch irgendwo zwischen Energiewirtschaft und Umweltschutz bewegt. Zwei sehr aktuelle Themen, die aber nicht immer Hand in Hand miteinander gehen. Nach dem Bachelor habe ich den Master „Technisches Management“ angeschlossen. Und um diesen zu beenden und (endlich) ein vollwertiges Mitglied im Kreis der Ingenieure zu werden, muss eine Abschlussarbeit geschrieben werden. Diese führt uns wieder zum Ursprung dieses Blogbeitrags und mich ins Tecklenburger Land.

Was ist eigentlich Sektorenkopplung?

Ja, Sektorenkopplung, was ist das nun und wie kann man sich dafür begeistern? Dazu jetzt ein kleiner Exkurs. Ich verspreche euch, ich halte es kurz: Die Energiewirtschaft lässt sich grob in drei Bereiche unterteilen: Elektrizität, Wärme und Verkehr. Oder noch weiter heruntergebrochen: in Strom, Gas und Benzin. Im Rahmen der Energiewende ist es nun ein Ziel, diese Sektoren so miteinander zu verbinden, dass die daraus entstehenden positiven Effekte genutzt werden können.

Wohin mit Überschuss an Strom?

Im Idealfall spart das eine Menge Energie. Wie kann man sich das vorstellen? Wie ihr sicher wisst, sind die Deutschen sehr stolz darauf, dass ihr Strommix mittlerweile zu über einem Drittel aus erneuerbaren Quellen stammt. Der größte Teil davon wird von Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen gedeckt. Was passiert aber zum Beispiel im Herbst, wenn die Sonne noch lange scheint und der Wind stark weht? Es wird so viel Strom erzeugt, dass ein Teil davon gar nicht verwendet werden kann. Andersherum wird an dunklen und windstillen Wintertagen so wenig regenerativer Strom produziert, dass doch wieder auf konventionelle Stromerzeugung zurückgegriffen werden muss.

Überproduktion an Strom sinnvoll nutzen

Wenn es doch nur eine Möglichkeit gäbe, Stromüberproduktionen sinnvoll zu nutzen… Und genau da tritt die Sektorenkopplung auf den Plan. Mit sogenannten „Konversionstechnologien“ ist es möglich, zum Beispiel Strom in Gas umzuwandeln und zu speichern. Dieses Gas kann dann beispielsweise in eurer Heizung verwendet werden, um eure Wohnung zu erwärmen. Es kann aber auch wieder zu Strom umgewandelt werden und dann euer Elektrofahrzeug laden. Und schon haben wir die drei Sektoren gekoppelt. Naja, zumindest theoretisch, denn einige der dafür benötigten Technologien stecken noch in den Kinderschuhen.

FH-Projekt EnerRegio

Das Projekt EnerRegio der Fachhochschule Münster hat sich seit längerem auf die Kappe geschrieben, genau diese Problematik anzugehen. Ziel ist es, die Sektorenkopplung in  ländliche Gebiete zu bringen. An dieser Stelle komme ich wieder ins Spiel. Im Rahmen des EnerRegio Projektes erarbeite ich in Kooperation mit der SWTE Netz eine Musterlösung, wie die Sektorenkopplung in ländlichen Gebieten verwirklicht werden kann. Um eine Musterlösung erstellen zu können, muss das Projekt aber wenigstens einmal erfolgreich ausgeführt werden. Genau das ist im Moment der Stand der Dinge. Die SWTE Netz hat für das Forschungsprojekt ein kleines ländliches, möglichst durchschnittliches Quartier – in diesem Fall in Recke – ausgesucht und hier soll die Sektorenkopplung einmal durchgespielt werden.

Die SWTE Netz hat für das Forschungsprojekt ein kleines ländliches, möglichst durchschnittliches Quartier – in diesem Fall in Recke – ausgesucht und hier soll die Sektorenkopplung einmal durchgespielt werden.

Lukas Püttmann, Master-Student der FH Münster

Fragebogen für Bürger

Aktuell gibt es viele Baustellen. Das Mobilitätsverhalten der Anwohner muss mittels eines detaillierten Fragebogens analysiert werden. Keine Sorge: Eure Daten werden dabei so anonymisiert, dass keine Rückschlüsse auf einzelne Haushalte möglich sind. Was noch zu tun ist? Es muss eine Wetterstation errichtet werden, um die Strom- und Gasverbräuche der Anwohner untersuchen zu können. Es wird intelligente Messtechnik benötigt, damit die Erzeugungsanlagen (PV-Anlagen) mit den Verbrauchergegenständen (Kühlschrank) kommunizieren können. Und vieles mehr, auf das ich so detailliert gar nicht näher eingehen möchte. Solltet ihr also in Recke wohnen und einen Fragebogen von EnerRegio im Postkasten haben, dann wisst ihr, dass wir daran arbeiten, euer Quartier „grüner“ zu machen – und dass meine Masterarbeit ein Erfolg war.

Fragebogen für Recke

Ihr wohnt in Recke und habt einen Fragebogen der SWTE Netz und der FH Münster bekommen? Alle Infos zum Projekt EnerRegio findet ihr hier.

Gastautor Lukas Püttmann


Master-Student der FH Münster
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