Heiße Phase in der Erdgasumstellung

Vera Konermann
24. September 2020
Strom
Was macht ein Verteilnetzbetreiber Strom?
2. September 2020
5 Tipps: Energiesparen im Alltag
14. Oktober 2020

Das Tecklenburger Land bekommt H-Gas

Die Erdgasumstellung im Tecklenburger Land geht in die heiße Phase. Am 29. September 2020 wird der Hebel für die Städte Ibbenbüren und Hörstel umgelegt. Am 9. November 2020 ist es dann auch in Hopsten, Recke, Mettingen, Westerkappeln und Lotte soweit.  Ab dann strömt H-Gas durch das Erdgasverteilnetz unserer Netzgesellschaft SWTE Netz GmbH & Co. KG. Als eine der größten Infrastrukturmaßnahmen Deutschlands ist die Erdgasumstellung mit einigem Aufwand verbunden, den auch die Erdgasnutzer im Tecklenburger Land zu spüren bekommen. An dieser Stelle haben wir die wichtigsten Antworten auf aktuelle Fragen rund um die Marktraumumstellung zusammengefasst.

Wer ist von der Erdgasumstellung betroffen?

Alle Erdgas nutzenden Privathaushalte und Unternehmen in weiten Teilen von Nord- und Westdeutschland sind von der Erdgasumstellung betroffen. Insgesamt betrifft die Erdgasumstellung von L- auf H-Gas schätzungsweise mehr als 5 Millionen Gasgeräte.

Wie viele Gas verbrauchende Geräte sind im SWTE Netz-Gebiet betroffen?

Im Versorgungsgebiet der SWTE Netz sind mehr als 22.000 Verbrauchsstellen mit mehr als 26.600 Gas verbrauchenden Geräten von der Umstellung von L- auf H-Gas betroffen.

Warum müssen Gas verbrauchende Geräte angepasst werden?

H-Gas hat einen höheren Brennwert als L-Gas. Deshalb müssen die meisten Geräte technisch auf die Verbrennung von H-Gas angepasst werden. Geschieht die Anpassung nicht in einem angemessenen Zeitraum vor oder nach der Erdgasumstellung, kann es zu Fehlfunktionen bis hin zu schweren technischen Störungen oder gar zu einer Gefahr für Leib und Leben kommen.

Was passiert bei der Geräteanpassung?

Das betroffene Gerät wird zunächst ausgeschaltet und die Gaszufuhr geschlossen. Häufig müssen die Gasdüsen ausgetauscht werden. In einigen Fällen müssen weitere Einstellungen in der Geräteregelung erfolgen. Außerdem werden bei der technischen Anpassung sämtliche Gas führende Teile auf Dichtheit überprüft. Ist technisch alles angepasst, wird die Gaszufuhr wieder geöffnet und das Gerät wieder in Betrieb genommen.

Was passiert, wenn mein Gerät nicht rechtzeitig vor dem Schalttermin angepasst wird?

Das ist kein Grund zur Sorge, sondern der Regelfall. Denn das Gros der Gas verbrauchenden Geräte wird im Zeitraum von rund sechs Wochen nach der Schaltung technisch an die Verwendung von H-Gas angepasst. Einige Geräte werden in den Wochen vor der eigentlichen Erdgasumstellung angepasst. In ganz wenigen Ausnahefällen ist die technische Anpassung zeitkritisch unmittelbar zum Zeitpunkt der Erdgasumstellung vorzunehmen. Das kann zum Beispiel in besonders verbrauschintensiven Gewerbebetrieben mit sensiblen spezifischen Geräten der Fall sein.

In welchen Fällen ist eine technische Anpassung nicht erforderlich?

Einige Geräte werden vor den offiziellen Schaltterminen am 29. September bzw. 9. November 2020 umgestellt. In ganz wenigen Ausnahmefällen ist eine technische Anpassung nicht erforderlich. Denn sogenannte gasadaptive Gasverbrauchsgeräte können sowohl mit L-Gas als auch mit H-Gas betrieben werden.

Woher weiß ich, ob mein Gerät technisch angepasst werden muss?

In den vergangenen Monaten haben die Mitarbeiter der mit der Erdgasumstellung beauftragten Unternehmen sämtliche Verbrauchsstellen im Versorgungsgebiet aufgesucht und die Gas verbrauchenden Geräte in Augenschein genommen. Dabei haben sie registriert, welche Geräte zu welchem Zeitpunkt an die neue Erdgasqualität angepasst werden müssen. Über die einzelnen Schritte der Anpassung werden die betreffenden Privatleute und Gewerbebetriebe in individuellen Anschreiben informiert.

Warum werde ich möglicherweise nach der Geräteanpassung noch einmal angeschrieben?

Um die Qualität der Erdgasumstellung zu überwachen, erfolgt in etwa zehn Prozent aller Fälle eine Qualitätsüberwachung. Dann kann es sein, dass ein Verbraucher erneut angeschrieben und über den Besuch eines weiteren Monteurs informiert wird. Die Mitarbeiter des mit der Qualitätssicherung beauftragten Unternehmens überprüfen vor Ort, ob alle erforderlichen Maßnahmen ordnungsgemäß erfolgt sind.

Woran erkenne ich, dass die Mitarbeiter der Umstellfirmen keine Trickbetrüger sind?

Jeder betroffene Anschlussnehmer wird über alle erforderlichen Schritte im Rahmen der Erdgasumstellung mit individuellen Anschreiben informiert. Im Schreiben ist jeweils ein persönliches Erkennungsmerkmal genannt, das der Verbraucher abfragen sollte, noch bevor er den entsprechenden Mitarbeiter einlässt. Zudem kann sich jeder beauftragte Mitarbeiter mit einem Lichtbildausweis der SWTE Netz ausweisen. Im Zweifelsfall könnt ihr mit einem Anruf bei der Hotline klären, ob der Monteur tatsächlich im Auftrag der SWTE Netz unterwegs ist. Die Nummer lautet 0800 777 645 (für Ibbenbüren und Hörstel) und 0800 6646 9070 (für Hopsten, Lotte, Mettingen, Recke und Westerkappeln).

Weitere Artikel:

Warum muss ich im Zuge der L-H-Gas-Umstellung meinen Zählerstand außer der Reihe ablesen?

Die Erdgasumstellung macht eine außerplanmäßige Ablesung der Erdgas-Zählerstände im Versorgungsgebiet der SWTE Netz erforderlich. Im Zuge der Erdgasumstellung sind zusätzliche interne Abrechnungsprozesse der SWTE Netz mit deren Marktpartnern nötig. Deshalb erhalten alle betroffenen Verbrauchsstellen Post von der SWTE Netz mit der Bitte um Zählerablesung. Die Kunden können die Daten entweder auf der Ablesekarte eintragen und diese an die SWTE Netz versenden. Einfacher geht es online: Einfach dem QR-Code auf der Ablesekarte folgen und den Anweisungen auf dem Online-Portal folgen. Die Zugangsdaten zum Online-Portal findet ihr ebenfalls auf der Ablesekarte!

Gut zu wissen

Manche Erdgasnutzer beobachten die aktuellen politischen Spannungen rund um den Bau der umstrittenen Erdgaspipeline North Stream 2 mit großer Sorge. Einige fürchten gar, dass die Erdgasumstellung im Falle eines Baustopps wieder rückgängig gemacht werden könnte. Diese Sorgen sind aber unberechtigt. Denn selbst wenn das Großbauprojekt scheitert, ist die Versorgungssicherheit in Europa weiterhin dank eines dichten europäischen Pipelinenetzes gesichert. Die Erdgasversorgung wird zunehmend diversifiziert. Zudem verfügt Deutschland über umfangreiche Erdgas-Speicherkapazitäten, so dass etwaige Lieferengpässe auch für einen längeren Zeitraum überbrückt werden können.

Hier erfahrt Ihr mehr!

Ihr wollt mehr über die Umstellung von L- auf H-Gas erfahren? Ausführliche Informationen findet ihr in unserem Blog sowie auf der Webseite der SWTE Netz und auf den Info-Seiten der Bundesnetzagentur.

Bildnachweis: @VeraKonermann-StadtwerkeTecklenburgerLand; @iStock_pixelnest

Diesen Beitrag teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zur Webseite