So leidet unser Wald unter Trockenheit

Till Neuhaus
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Kennst du das? Hinaus in den Wald und frei durchatmen tut gut. Der Gang in die Natur ist nicht nur in der Corona-Zeit für viele Menschen Erholung und ein gesunder Ausgleich zum Alltag. Doch das Landschaftsbild hat sich in den vergangenen Jahren an vielen Stellen verändert. Denn die Wälder im Tecklenburger Land befinden sich im Wandel. Gemeinsam mit Förster Christian Rebitz vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW haben wir uns den Wald angeschaut. Auch wir als Stadtwerke Tecklenburger Land möchten etwas für den Wald in der Region tun. Deshalb pflanzen wir stellvertretend für unsere Natur-Strom-Kunden im Herbst Wildsträucher und Bäume in unseren Wäldern.

Ist es dir auch schon aufgefallen? Bei einem Sonntagsspaziergang durch den Habichtswald oder einer Mountainbike-Tour an den Dörenther-Klippen? Wer viel in den Wäldern der Region unterwegs ist, wird bestimmt zahlreiche Kahlflächen bemerkt haben. Dürre, Borkenkäfer und Sturmtiefs haben den Wäldern in der Region in den vergangenen Jahren heftig zugesetzt. Der Anblick an manchen Stellen ist bedrückend. Umgeknickte und abgestorbene Bäume und staubtrockener Boden sind mittlerweile an vielen Orten gang und gäbe. Auf manchen Waldflächen sind gar alle Pflanzen und Bäume verschwunden. Doch „der Wald stirbt nicht, er verändert sich, wird strukturreicher und passt sich dem Klima an“, stellt Förster Christian Rebitz klar. Er ist Leiter im Forstbezirk Schafberg und kümmert sich um die Wälder in den Gemeinden Westerkappeln, Mettingen, Lotte, Recke und Hopsten.

Trockenheit, Schädlinge und Unwetter

Viele Baumarten wie Fichten und Buchen aber auch Birken und Eschen haben in den vergangenen Jahren stark gelitten. Die zunehmenden Trockenperioden sind der Hauptgrund dafür. „Das bisschen Regen reicht einfach nicht aus, um in die tiefergelegenen Bodenschichten vorzudringen und die Bäume ausreichend mit Wasser zu versorgen. Es bringt wenig, wenn es in einem kurzen Zeitraum sehr viel regnet, und in den restlichen Monaten nichts runterkommt“, sagt Christian Rebitz. Abblätternde Rinde und nur wenige Blätter an den Bäumen sind Anzeichen dafür, dass es den Bäumen schlecht geht. Zudem schaffen die Fichten es durch den wenigen Niederschlag nicht, genügend Harz zu produzieren und dadurch Schädlinge abzuwehren – ein willkommenes Fressen für Borkenkäfer. Stürme tun ihr übriges – und Bäume kippen einfach um.

Wer profitiert vom Klimawandel?

Es gibt aber auch Pflanzen, die durch mehr Licht am Waldboden profitieren. Durch das Absterben älterer Exemplare erhalten insbesondere kleinere Bäume und Sträucher mehr Licht. „Alles, was unter den alten Buchen wächst und mehr Licht braucht, profitiert davon, wenn das Kronendach mehr Licht hindurch lässt“, sagt Christian Rebitz. Das fördert die Strukturvielfalt im Wald und beispielsweise die lichtliebende Eiche kann dadurch sogar profitieren.

Neue Baumarten für die Zukunft 

Förster Christian Rebitz und seine Kollegen wirken dem Waldsterben entgegen und forsten die Kahlflächen zusammen mit den Waldbesitzern wieder auf. Mischwälder mit unterschiedlichen Baumarten sollen entstehen, in der Hoffnung, dass sich die Bäume dauerhaft durchsetzen. Dafür werden auch Baumarten gepflanzt, die aus trockeneren Regionen der Erde kommen und damit an zukünftige Dürreperioden besser angepasst sind. „Das Problem ist, dass heimische Baumarten wie zum Beispiel die Buche, sehr viel Wasser brauchen. Das ist auf einigen Standorten nicht zukunftsfähig“, sagt Rebitz. Nadelbäume wie Douglasien hingegen stammen ursprünglich aus Nordamerika und überstehen längere Trockenzeiten deutlich besser und liefern gutes Holz, dass nachhaltig genutzt werden kann. Durch die neugepflanzten Bäume wird der Wald insgesamt wieder jünger und strukturreicher. „Viele verschiedene Altersstufen sollen den Wald der Zukunft prägen. Unser Ziel ist es, dass der Wald der Zukunft sich mit klimastabilen Baumarten selbst verjüngen kann und zukünftig keine Kahlflächen mehr entstehen“, sagt Rebitz.

Schutz für junge Bäume

Um die neu angepflanzten Bäume zu schützen, sollen die Sprösslinge mit Gittern vor Wildtieren geschützt werden. Auch Zäune werden errichtet, um ganze Flächen zu schützen. Mit Hilfe von artenreichen Waldrändern mit vielen blühenden Sträuchern will Rebitz die lokale Biodiversität fördern. „Wenn auf den Kahlflächen jetzt die an die Standorte und den Klimawandel angepassten Baumarten ergänzt werden, sieht es hier in zehn Jahren wieder richtig schön aus“, sagt Rebitz.

So kannst du der Natur helfen

Um unser Ökosystem zu schützen, zu dem auch unser Wald gehört, kannst auch Du dich nachhaltig engagieren. Wir haben Vorschläge für Dich gesammelt, die du problemlos umsetzen kannst:

  1. Ressourcen der Erde schützen
  2. Den Ausstoß von Treibhausgasen vermeiden, zum Beispiel auf Kreuzfahrten verzichten
  3. Ein Insektenhotel im heimischen Garten errichten
  4. Kies- und Schottergärten vermeiden
  5. Den eigenen Garten „wild“ sein lassen
  6. Keine Bäume fällen, nur weil Laub herunterfällt
  7. Kein Rindfleisch aus Südamerika kaufen, um den Regenwald zu schützen
  8. Bäume pflanzen

Stadtwerke Tecklenburger Land helfen der Umwelt

Auch den Stadtwerken Tecklenburger Land liegen eine nachhaltige Entwicklung und der Umweltschutz in unserer Region am Herzen. Deshalb startet die Unternehmensgruppe ein Umweltprojekt, um die Wälder in der Region nachhaltig zu schützen. Ab sofort stellen wir – stellvertretend für unsere Ökostrom-Kunden – Geld für Pflanz- und Wiederaufforstungsmaßnahmen in unserer Region zur Verfügung. Im Herbst dieses Jahres soll diese Summe dann, in Abstimmung mit den hiesigen Förstern, in die Aufforstung der Region investiert werden.

Ab sofort 100% TÜV-zertifizierter Naturstrom

Und wir tun noch mehr: Ab sofort beliefern wir unsere neuen Strom-Kunden mit 100% TÜV-zertifizierten Naturstrom, auch aus unserer Region. Auch Bestandskunden können auf einen Naturstrom-Tarif wechseln und damit die nachhaltige Entwicklung und den Klimaschutz in der Region vorantreiben.

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