GIS verschafft Überblick über Leitungsnetz

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GIS als Lotse durchs Versorgungsnetz

Mehr als 533 Quadratkilometer misst das Versorgungsgebiet der Netzgesellschaft der Stadtwerke Tecklenburger Land. Das bedeutet: mehr als 1.300 Kilometer Gasverteilnetz, mehr als 4.200 Kilometer Stromnetz. Wie behält man da den Überblick über Versorgungsleitungen, Verteilerkästen oder Umspannstationen? Die Zauberformel lautet GIS. Die drei Buchstaben stehen für Geographisches Informationssystem, kurz Geoinformationssystem.

Geoinformationssystem für die SWTE Netz

Derzeit baut die SWTE Netz GmbH & Co. KG, die Netzgesellschaft der Stadtwerke Tecklenburger Land, ihr eigenes Geoinformationssystem auf. Denn zum 1. Januar 2021 übernimmt sie nach dem Gasnetz auch den Betrieb des Stromnetzes in Hörstel, Hopsten, Ibbenbüren, Lotte, Mettingen, Recke und Westerkappeln als eigenständiger Netzbetreiber. Klar, dass die Arbeit als Netzbetreiber mit aussagefähigen digitalen Daten einfacher ist.

Übersicht über Asset

Am Ende funktioniert die Datensammlung wie eine Art digitaler Stadtplan. Die Daten im GIS der SWTE Netz geben nicht nur Auskunft über den Verlauf von Versorgungsleitungen, sondern helfen auch, bei der Weiterentwicklung der Versorgungsnetze oder beim Beheben von Störungen. Das GIS gibt graphische Auskunft über sämtliche Assets im Unternehmen. Als Asset bezeichnet ein Netzbetreiber alle Anlagen, Leitungen und Einrichtungen, die zum Versorgungsnetz gehören. Darüber hinaus liefert das GIS Katasterdaten für Planungszwecke. Soll zum Beispiel das Versorgungsnetz ausgebaut und ein neuer Kunde an das vorhandene Netz angeschlossen werden, so liefert das GIS sämtliche Daten, die für die Planung benötigt werden. Der Nutzer erfährt zum Beispiel, wo welche Leitungen liegen, sowohl der SWTE Netz als auch anderer Anbieter. Außerdem sehen unsere Planer, welche Grundstücke betroffen sind und in die Planung eingebunden werden müssen.

GIS unterstützt Planung

Auch sogenannte Leitungsauskünfte für externe Anfragen von Firmen und Ingenieurbüros lassen sich mithilfe des GIS beantworten. Außerdem können unsere Planer direkt im GIS arbeiten und bei neuen Leitungen Längen, Materialeinsatz und Kosten kalkulieren.

Hilfe im Störungsfall

Besondere Bedeutung hat das GIS im Störungsfall. Denn die Kollegen aus dem Netzbetrieb können mithilfe des Datenmaterials Störungen rasch orten und die erforderlichen Maßnahmen einleiten.

Aufbau von GIS

Aber wie baut man als Betreiber von Strom- und Gasnetzen eigentlich ein GIS auf? Schließlich ist GIS nicht gleich GIS. Unsere Kollegen von der SWTE Netz haben erst einmal die Köpfe zusammengesteckt und überlegt, welche Inhalte überhaupt benötigt werden. Im nächsten Schritt erfolgte die Auswahl der Hardware. Die Kollegen haben verschiedene Tablets getestet und geprüft, welche Geräte beim Einsatz vor Ort am besten funktionieren. Schließlich wurde eine Art Grundsoftware installiert, die Schritt für Schritt den individuellen Bedarfen angepasst wird. Eines ist natürlich klar: Alle Daten müssen digital vorliegen.

Import von Daten

Als neuer Netzbetreiber muss die SWTE Netz die Welt natürlich nicht neu erfinden. Viele Daten über die Versorgungsnetze liegen natürlich bei den bisherigen Netzbetreibern, die ja auch strategische Partner der Stadtwerke Tecklenburger Land sind, vor. Die Daten werden nach und nach migriert und an unser neues GIS angepasst. Dabei wird die Software Schritt für Schritt weiterentwickelt – sprich das GIS wird so konfiguriert, dass unsere Kollegen von der SWTE Netz damit optimal arbeiten können.

Bildnachweis: @VeraKonermann-StadtwerkeTecklenburgerLand; @EvaNiestegge

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