Warum werden die Uhren umgestellt?

Vera Konermann
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Warum gibt es die Winterzeit und Sommerzeit?

Aufgepasst! In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 2020 werden die Uhren um eine Stunde zurückgedreht. Die Winterzeit bricht wieder an. Wir erklären euch, woher die Zeitumstellung überhaupt kommt und was die Uhrumstellung mit Energiesparen zu tun hat.

Wie werden die Uhren zu Winterzeit umgestellt?

 

Zwei Mal im Jahr werden die Uhren entweder um eine Stunde vor- oder zurückgestellt. Aber wenn es soweit ist, stellt sich immer die gleiche Frage: Wie werden die Uhren zur Winterzeit und zur Sommerzeit umgestellt? Die Zeitumstellung zur Winterzeit ist eine gute Sache für Langschläfer: Wir drehen in der Nacht zu Sonntag die Uhren um eine Stunde zurück. Das bedeutet eine Stunde mehr Zeit zum Schlafen. Bei der Umstellung zur Sommerzeit fehlt uns diese Stunde. Dann werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt. Das bedeutet, dass es morgens früher hell wird – und abends früher dunkel.

Winterzeit oder Sommerzeit: Welche ist die ursprüngliche Zeit?

Wenn die Winterzeit beginnt, sind wir hierzulande wieder im ursprünglichen Rhythmus. Denn die Winterzeit ist die Mitteleuropäische Zeit. Sie gilt offiziell seit dem 1. April 1893 in Deutschland.

Zeitbemessung vor der Zeitumstellung

Seit jeher ist die Einteilung der Zeit kein ganz unkompliziertes Thema. Immer wieder gab es Hoheitsgebiete mit unterschiedlichen Zeitrechnungen. Wichtigster Indikator für die Zeitbemessung war seit jeher die Sonne. Steht sie im Zenit, ist es gemeinhin Mittag. Diese Regelung hat allerdings zur Folge, dass die Uhrzeit regional schnell abweicht. Mit dem Aufkommen des Eisenbahnverkehrs wuchs allgemein das Bedürfnis nach einer einheitlichen Zeitbestimmung. Im Jahr 1884 verständigten sich die führenden Staaten deshalb auf eine Einteilung der Erde in 24 Zeitzonen. Die Mitteleuropäische Zeit – abgekürzt MEZ – galt unter anderem für Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt sowie Paris, Madrid, Rom, Budapest und Amsterdam. Schon Ende des 19. Jahrhunderts gab es eine einstündige Zeitverschiebung in Großbritannien.

Warum gibt es die Zeitumstellung mit Winterzeit und Sommerzeit?

Die Idee zur Einführung der Sommerzeit ist schon sehr alt. So soll sich schon Benjamin Franklin 1784 mit dem Gedanken beschäftigt haben, weil er das Tageslicht besser ausnutzen und Kerzenwachs sparen wollte. Ein britischer Geschäftsmann griff diesen Gedanken 1907 auf und rechnete aus, dass sein Land stolze 2,5 Millionen Pfund an Beleuchtungskosten sparen könnte, wenn die Uhren um 80 Minuten vorgestellt würden. Durchsetzen konnte er sich seinerzeit mit der Forderung allerdings nicht.

Erste Zeitumstellung in Deutschland

Um die Idee, das Tageslicht besser ausnutzen zu können, ging es dann auch bei der ersten Einführung der Sommerzeit in Deutschland. Denn schon 1916 entschied Kaiser Wilhelm, die Uhren für den Zeitraum von März bis September um eine Stunde vorzustellen. So wollte er Energie sparen. Allerdings hegte er einen perfiden Plan: Die Arbeiter vor allem in der Rüstungsindustrie sollten das Tageslicht besser nutzen und bei ihrer Tätigkeit die Kosten für Beleuchtung einsparen. Diese Zeitumstellung war aber nur von kurzer Dauer: Sie wurde 1919 wieder abgeschafft. Das gleiche Ziel wurde dann während des Zweiten Weltkriegs abermals verfolgt, als gleich mehrere europäische Staaten die Sommerzeit einführten, um in der Rüstungsindustrie Energie zu sparen. Erst mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde diese Sommerzeit wieder abgeschafft.

Sommerzeit soll beim Energiesparen helfen

1973 bekam das Thema Energiesparen in Deutschland eine ganz neue Bedeutung. Denn in der sogenannten Ölkrise entdeckten viele europäische Staaten den Wert des Energiesparens ganz neu. Mancherorts wurde die Sommerzeit wieder eingeführt. Sie sollte helfen, Energie zu sparen.

Seit wann gibt es den Wechsel von Sommer- auf Winterzeit?

In Deutschland gibt es seit 1980 die Zeitumstellung mit Sommerzeit und Winterzeit. Eingeführt wurde sie, weil das Tageslicht in der Sommerzeit optimal ausgenutzt werden sollte. Der Effekt des Energiesparens hat sich allerdings nie wissenschaftlich nachweisbar eingestellt. Zudem gibt es medizinische Untersuchungen, wonach immerhin jede vierte Deutsche gesundheitliche oder psychische Probleme mit der Zeitumstellung auf die Sommerzeit hat.

Sommerzeit hilft kaum beim Energiesparen

Inzwischen wurde in verschiedenen Untersuchungen herausgefunden, dass die Effekte zum Energiesparen durch die Zeitumstellung zu vernachlässigen sind. Zwar wird im Sommer die Beleuchtung erst später benötigt. Dafür wird in den Morgenstunden tendenziell mehr Heizenergie benötigt. Deshalb gibt es in der Europäischen Union den Vorstoß, die Zeitumstellung wieder abzuschaffen. Allerdings gibt es bislang keine Einigung darüber, welche Zeit dann wo gelten soll. Bis dahin werden wir die Uhren wohl weiter mal vor-, mal zurückstellen.

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