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Routinekontrolle mit Hammer und geschultem Blick

SWTE Netz lässt gut 500 Strommasten in Ibbenbüren und Lotte überprüfen

Tecklenburger Land, 08.05.2024. Friedrich Schwab und Grigorij Majevskij haben ein gutes Gehör. Denn wenn sie mit dem Hammer auf Holz klopfen, dann hören sie gleich, wenn etwas nicht stimmt. Die beiden arbeiten als Kontrolleure im Außendienst der Heinz Kremer Mastenschutz GmbH & Co. KG. In diesen Tagen nehmen sie gut 500 Holzmasten im Freileitungsnetz der SWTE Netz in den Blick. Im Auftrag der Netzgesellschaft der Stadtwerke Tecklenburger Land kontrollieren sie in Ibbenbüren und Lotte die Standfestigkeit von Strommasten im Mittel- und Niederspannungsnetz. „Für uns als Netzbetreiber leisten die Kontrollen einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in unserem Netzgebiet“, sagt Patrick Wessel, Abteilungsleiter Netzbetrieb/Netzbau Strom. 

Geprüft werden ausschließlich Holzmasten. Nach erster Sichtkontrolle klopfen die Kontrolleure mit dem Hammer auf den Masten. „Wenn ein Mast fault oder beschädigt ist, dann hört man das“, sagt Friedrich Schwab. In diesem Fall entnehmen die Fachleute mit einem kleinen Handbohrer Proben aus dem Inneren des Stamms. Ist das Holz marode und die Standfestigkeit in Gefahr, wird der Mast markiert und der Netzbetreiber informiert. Ist alles in Ordnung, entfernen die Kontrolleure das Erdreich am Fußende des Mastes und erneuern die Manschette. Das ist eine mit Holzschutzmittel und Kleber versehene Folie, die den Holzmasten im Erdreich vor Feuchtigkeit schützt. Kaum 15 Minuten benötigen die Kontrolleure für einen Masten.

Specht und Feuchtigkeit

Rund 140 Kilometer Freileitungen gibt es im Netzgebiet der SWTE Netz. Auf Mittel- und Niederspannungsebene kommen häufig Holzmasten zum Einsatz, weil das Material viele Vorzüge gegenüber Metall hat. Was den Masten zu schaffen macht? „Das kommt darauf an, wo sie stehen“, sagt Michaela Bibl, Bauleiterin bei der Firma Kremer. „In waldreichen Regionen gibt es viele Spechtlöcher in den Masten.“ Ansonsten machen Feuchtigkeit, Fäulnis und Risse manch Mast den Garaus. Kleinere Schäden beseitigen die Kontrolleure vor Ort. Ist der Schaden größer, rücken die Kollegen der SWTE Netz an und tauschen die schadhaften Betriebsmittel aus.

Digitale Arbeitsmittel

Digitale Arbeitsmittel gehören für Friedrich Schwab und Grigorij Majevskij zum Alltag. Für ihre Arbeit nutzen die Kontrolleure eine firmeneigene Software. Darin vermerkt sind alle Masten samt Nummer und Geo-Koordinaten. Diese helfen dabei, die Kontrolleure auch zu den entlegensten Masten zu lotsen. Die Ergebnisse der Kontrollen werden noch vor Ort am Tablet bearbeitet und fließen in eine Übersichtsliste über alle Masten ein. „So haben unsere Kollegen täglich im Blick, welche Bereiche abgearbeitet sind und wo sie bei Bedarf nach den Kontrollen einen Masten austauschen müssen“, erklärt Patrick Wessel.

Bis zu 60 Masten am Tag

Rund 50 bis 60 Masten prüfen die Kontrolleure pro Tag. Viele von ihnen stehen auf landwirtschaftlichen Flächen und Privatgrundstücken. Als Betreiber des Stromnetzes haben die SWTE Netz und von ihr Beauftragte ein Zugangsrecht zu den Versorgungseinrichtungen. „Die meisten Landwirte kennen das schon“, sagt Patrick Wessel. Die beiden Kontrolleure können sich mit einem Fremdfirmenausweis der SWTE Netz legitimieren. Bei Nachfragen zur Kontrolle vor Ort, steht der Kundenservice der SWTE Netz zur Verfügung: kundenservice(at)swte-netz(dot)de, Telefon 05451 54 199-70.

BU: Ausgestattet mit Hammer, Schaufeln und einem kleinen Spezialbohrer nehmen Friedrich Schwab (v.l.) und Grigorij Majevskij mit SWTE Netz-Abteilungsleiter Patrick Wessel Holzmasten auf einem Feld in Ibbenbüren in Augenschein.