Mettingen/Tecklenburger Land, 07.05.2026. Bezahlbares Wohnen und eine nachhaltige Bauweise müssen einander nicht ausschließen. Das beweist das gemeinsame Wohnbauprojekt der Gemeinde Mettingen und der Stadtwerke Tecklenburger Land im Baugebiet Niestadtweg in Mettingen. Dort entstehen in den kommenden Monaten unter Federführung der Stadtwerke-Gesellschaft SWTE Kommunal zwei Mietimmobilien im geförderten Wohnungsbau. Sie verbinden bezahlbares Wohnen und eine Ressourcen schonende Bauart. So kommen – wo immer es bautechnisch möglich ist – umweltfreundliche Materialien und viel Holz zum Einsatz. Dass der geförderte Wohnraum in diesem Jahr überhaupt in Mettingen entstehen kann, ist ein echter Glücksfall für die am Projekt beteiligten Partner. Denn mit gerade einmal rund 50 Millionen Euro an Wohnbau-Fördermitteln steht 2026 im Kreis Steinfurt nur rund ein Drittel des Budgets aus früheren Jahren für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich ist die Bauphase für die beiden Immobilien offiziell gestartet.
Unter Federführung der Stadtwerke-Gesellschaft SWTE Kommunal entstehen zwei identische Gebäude mit jeweils acht Wohneinheiten am Niestadtweg und An der Wallhecke. Jeweils sechs Wohneinheiten werden als geförderte Wohnungen an Berechtigte mit WBS A und WBS B vermietet, jeweils zwei Wohnungen stehen dem freien Wohnungsmarkt zur Verfügung. Die Wohnungen sind zwischen 55 und 90 Quadratmeter groß und zum Teil barrierefrei gestaltet. Bis zum Sommer 2027 sollen beide Häuser bezugsfertig sein. Bei der Finanzierung nutzt die SWTE Kommunal zinsvergünstigte Fördermittel und profitiert von einem Tilgungsnachlass in Höhe von 965.000 Euro. Im Gegenzug besteht für die geförderten Wohnungen eine Mietpreisbindung, so dass sie für Menschen mit genau definierten Einkommensgrenzen zur Verfügung stehen. Dass der geförderte Wohnungsbau im Kreis Steinfurt dringend vorangetrieben werden müsse, betonte Maik Kleimeyer für die Wohnraumförderung des Kreises. Rund die Hälfte des geförderten Wohnraums falle im Laufe der kommenden zehn Jahre aus der Mietpreisbindung. „Deshalb ist es dringend notwendig, dass diese Wohnungen entstehen“, so der Leiter der Wohnbauförderung im Kreisbauamt.
Sinn für die nachhaltige Entwicklung
Juliette Große Gehling, Mitglied der Geschäftsführung der SWTE Kommunal, erinnerte daran, dass die Gemeinde Mettingen für ihren Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung bekannt ist. So hatten sich Politik und Verwaltung seinerzeit für eine Wärmeversorgung des Baugebietes am Niestadtweg mit Kalter Nahwärme stark gemacht. Und so sei es kein Zufall, dass die Gemeinde bei der gemeinsamen Planung der Mietimmobilien großen Wert auf eine ökologisch verträgliche Gestaltung gelegt habe. Dies spiegelt sich in der gewählten hybriden Bauweise der beiden Immobilien wider. Sie vereinen klassische Decken und Bodenplatten aus Stahlbeton sowie Trennwände im Kalk-Sandstein-Mauerwerk mit einem hohen Einsatz von Holz, unter anderem in Holzrahmenbauweise für die tragenden Innenwände. „Ich bin mir sicher, dass die Gemeinde Mettingen auch in dieser Hinsicht viele Nachahmer finden wird“, sagte Juliette Große Gehling.
Gutes für die Gemeinde
Bürgermeisterin Christina Rählmann betonte, dass die Gemeinde mit dem Wohnbauprojekt den richtigen Weg eingeschlagen habe. „Ich bin überzeugt, dass wir hier etwas richtig Gutes für unsere Gemeinde schaffen.“
Teamarbeit für die Gewerke
Projektleiter Benjamin Krause erläuterte, dass alle Wohnungen nach einheitlichen Standards gebaut und qualitativ gleich gestaltet werden. Der Bauzeitenplan sieht vor, dass beide Immobilien nahezu zeitgleich gebaut und bezugsfertig sein sollen. Für das Planungsbüro feldhausarchitekten erläuterte Simon Feldhaus, was es mit der hybriden Bauweise auf sich habe. So werden Beton-, Stein- und Holzarbeiten eng miteinander verknüpft. Das stelle hohe Anforderungen an die Teamarbeit aller Gewerke. Augenzwinkernd wandte sich Simon Feldhaus an die beiden bauausführenden Unternehmen Heeger & Placke sowie Finke. „Ich bin überzeugt, dass Sie sich am Ende sehr gut kennen werden.“
BU: Mit einem schwungvollen Spatenstich haben sie die Bauphase für neuen Wohnraum im geförderten Wohnungsbau gestartet: (v.l.) Maik Kleimeyer (Kreis Steinfurt), Simon Feldhaus (feldhausarchitekten), Daniel Overberg und Karl-Heinz Heeger (Heeger & Placke), Juliette Große Gehling (Geschäftsführung SWTE Kommunal), Bürgermeisterin Christina Rählmann, SWTE-Projektleiter Benjamin Krause, Felix Steinke (Kreissparkasse Steinfurt) und Henning Finke (Bauunternehmen Finke).