Tecklenburger Land/Hörstel, 13.11.2025. Kleiner Handgriff – große Wirkung: Hörstels Bürgermeister David Ostholthoff und SWTE Netz-Geschäftsführer Dr. Jürgen Schmidberger machten mit einem Dreh am Regler den Weg frei für die Wärmeversorgung im Hörsteler Neubaugebiet Uferquartier. In der Technikzentrale im Kellergeschoss der Ludgerus-Sporthalle setzten sie mit ihrer symbolischen Geste das Kalte-Nahwärme-Netz in dem Baugebiet in Betrieb. Es versorgt in Zukunft 43 Anschlussnehmer mit nachhaltiger Wärme aus der Tiefe. Als erstes Gebäude wird die Feuerwache an der Uferstraße mit geothermisch gewonnener Heizenergie beliefert. Mit dem benachbarten Rathaus und der Ludgerus-Grundschule zählen zwei weitere städtische Liegenschaften zu den zukünftigen Anschlussnehmern.
Hörstels Bürgermeister David Ostholthoff warf einen Blick zurück auf die politische Entscheidung zum Bau des Netzes. „Der Stadtrat hat sich bewusst für eine Wärmeversorgung auf der Grundlage von Geothermie entschieden. Wir sind überzeugt, dass die Anschlussnehmer hier eine zukunftssichere Lösung zu einer nachhaltigen Wärmeversorgung vorfinden“, so der Bürgermeister. Dank der geothermisch gewonnenen Heizenergie erfüllten die Grundstückseigentümer schon heute die steigenden gesetzlichen Anforderungen an den Einsatz von erneuerbaren Energien in Heizsystemen. Auch im Baugebiet Riesenbeck-West kommt diese Technologie zum Einsatz. Beim Bau und Betrieb der beiden Kalte-Nahwärme-Netze stehe der Stadt ein kommunaler Partner – die SWTE Netz als Netzgesellschaft der Stadtwerke Tecklenburger Land – zur Verfügung. „Die Wege sind kürzer als das bei einem überregionalen Betreiber der Fall wäre“, so David Ostholthoff. Auch die Wirtschaft vor Ort profitiere.
Echte Wertschöpfung vor Ort
Dafür lieferte Dr. Jürgen Schmidberger, Geschäftsführer der SWTE Netz, deutliche Belege. So habe die SWTE Netz insgesamt 3,1 Millionen Euro in das Kalte-Nahwärme-Netz investiert, wovon 40 Prozent als Fördermittel des Bundes akquiriert werden konnten. Ein großer Teil der Investitionen fließe über die Auftragsvergaben an Unternehmen aus Hörstel und Umgebung unmittelbar in die Region. „Das ist echte Wertschöpfung vor Ort“, sagte Dr. Jürgen Schmidberger. Die Gewerke Tiefbau, Hochbau, Mess- und Regeltechnik, Technische Gebäudeausrüstung und Starkstromanlagen wurden allesamt von Firmen aus dem Hörsteler Stadtgebiet ausgeführt. Die Sondenbohrungen, die Installation und Wartung der Wärmepumpen und Haustechnik sowie Planungsleistungen wurden bzw. werden von lokalen Unternehmen erbracht.
Wärmemenge von 668 Megawattstunden pro Jahr
SWTE Netz-Projektleiter Mathias Walke erläuterte die Funktionsweise des Nahwärmenetzes. Nach Fertigstellung des neuen Rathauses nehmen insgesamt 70 Erdwärmesonden in rund 80 Metern Tiefe geothermische Wärme auf. Trägermedium im Kalte-Nahwärme-Netz ist ein Wasser-Glykol-Gemisch. Dieses transportiert die Wärme aus der Tiefe und sammelt weitere Umweltenergie aus dem Erdreich. Vor Ort in den einzelnen Häusern wird die Flüssigkeit mittels Wärmepumpen auf das gewünschte Niveau gebracht. Das Netz hat eine Trassenlänge von 1.850 Metern und kann eine Wärmemenge von rund 668 Megawattstunden pro Jahr bereitstellen.
Rundum-Paket
Die Anschlussnehmer profitieren von einem Rundum-Paket. So ist die Hausübergabestation inklusive Wärmepumpe und Pufferspeicher inbegriffen. Zum Leistungspaket gehören außerdem die Bereitstellung von 100 Prozent Öko-Strom für den Betrieb der Wärmepumpe, die Trinkwassererwärmung, Wartungen, Service, Reparaturen und Entstörung, der Ersatz defekter Komponenten sowie die eichrechtskonforme Messung.
Herzstück Technikzentrale
Herzstück des Kalte-Nahwärme-Netzes ist die Technikzentrale, die im Kellergeschoss der Ludgerus-Sporthalle untergebracht ist. Vor Ort erläuterten die Fachleute der SWTE Netz, wie das Netz von der Technikzentrale aus gesteuert und überwacht werden kann.