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„Eine einmalige Chance“

11.01.2016

Dr. Marc Schrameyer ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Tecklenburger Land

Tecklenburger Land, 14.12.2015. Vom Konzept der Stadtwerke Tecklenburger Land ist Dr. Marc Schrameyer voll und ganz überzeugt. „Das ist Geld aus der Region – und es bleibt in der Region. Wir bauen davon Straßen, unterhalten Kindergärten und Schulen – und füttern keine Aktionäre“, sagt der Ibbenbürener Bürgermeister. Der 40-Jährige ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender des kommunalen Energieversorgers. Zu seinem Stellvertreter wählte das Gremium Reckes Bürgermeister Eckhard Kellermeier. Nach den Kommunalwahlen im Herbst waren die Ämter neu zu besetzen. Mit der Gründung der Stadtwerke Tecklenburger Land und dem erfolgreichen Abschluss der Konzessionsverträge haben sich die sieben beteiligten Kommunen eine einmalige Chance gesichert, betont Schrameyer: „Die Stadtwerke Tecklenburger Land bedeuten einen echten Mehrwert für die Region.“

 

Von Bürgern für Bürger

Letztlich haben es die Bürger selbst in der Hand, ihrer Region etwas zurückzugeben. „Unser Alleinstellungsmerkmal ist, dass wir ein Stadtwerk von Bürgern für Bürger sind, ein echtes kommunales Investment“, sagt Schrameyer. Über Gewerbesteuerzahlungen, die Schaffung von Arbeitsplätzen, lokalen Auftragsvergaben sowie  Spenden und Sponsoring geben die Stadtwerke Tecklenburger Land der Region etwas zurück. „Aber das gelingt nur, wenn sich möglichst viele Bürger beteiligen“, betont Schrameyer. Wie erfolgreich und konkurrenzfähig kommunale Unternehmen arbeiten können, habe die Stadt Ibbenbüren zuletzt mit der städtischen Müllabfuhr bewiesen.

Ein turbulentes erstes Jahr

Von Anfang an hat Schrameyer als Kommunalpolitiker den Prozess der Stadtwerke-Gründung begleitet. Das erste Jahr des kommunalen Energieversorgers am Markt wertet er als „turbulent, aber gut“. So seien der Vertriebsstart im Oktober 2014 sowie das gewonnene Verfahren um die Übernahme der Strom- und Gasnetze in der Region entscheidende Meilensteine in der noch jungen Unternehmensgeschichte. „Das Verfahren war mit einem irrsinnigen Aufwand verbunden“, blickt er zurück. Ihn mache es froh, wie reibungslos letztlich eine Einigung in den sieben beteiligten Kommunen Ibbenbüren, Hörstel, Hopsten, Lotte, Mettingen, Recke und Westerkappeln erfolgt sei. „Das ist ziemlich einmalig: Dass sieben Kommunen es auf den Punkt schaffen, sieben Ratsbeschlüsse zu fassen, so dass wir letztlich auch die Konzessionen gewinnen – das sucht seinesgleichen“, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende mit sichtlicher Begeisterung.

Impulse für interkommunale Zusammenarbeit

Insgesamt habe die Stadtwerke-Gründung einen wertvollen Prozess der interkommunalen Zusammenarbeit auf vielen Gebieten angestoßen. Sowohl in Sachen Stadtwerke als auch mit Blick auf die Kohlekonversion verfolgten die beteiligten Kommunen eine gemeinsame Politik. „Durch diesen Prozess sind ganz viele Türen aufgestoßen worden. Wir denken auch in anderen Feldern über Zusammenarbeit nach“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende.

Netzbetrieb als Herkules-Aufgabe

Als größte Herausforderung in nächster Zukunft wertet Schrameyer den Aufbau des Netzbetriebs ab 2016. „Wir müssen in den kommenden fünf Jahren einen eigenständigen Netzbetrieb aufbauen, so dass wir nach 2020 eigenständig arbeiten können“, sagt er. Vor diesem Hintergrund sei die strategische Partnerschaft, die die sieben Kommunen mit der RWE und den Stadtwerken Osnabrück eingegangen seien, ein sinnvolles Instrument. „Für uns bietet das eine große Chance: Zum einen, den Gedanken der Energieversorgung in Bürgerhand umzusetzen, zum anderen auf die Facherfahrung eines großen Energieversorgers setzen zu können.“ Ein wenig bedauert es Schrameyer, dass die sieben Stadtwerke-Kommunen nicht schon früher zusammengefunden haben. „Hätten wir das vor 20 Jahren geschafft, dann würde wir heute über ein zu drei Vierteln bezahltes Netz sprechen.“


Informationen unter www.stadtwerke-tecklenburgerland.de

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